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Unterhalt volljähriges priviligiertes Kind

Und weiter geht’s im Takt. Nachdem der Unterhaltstitel bis zum 18. Lebensjahr begrenzt war und ich auch immer noch keine Adresse meines Kindes erhalten habe, (das müsste ich wohl einklagen) geht es nun mit diesem Brief des fachlich meiner Meinung nach völlig inkompetenten Anwalt weiter. Die Anrede spar ich mir und lege gleich los:

Aufgrund der mir vorliegenden Jugendamtsurkunde vom 01/2014 sind Sie verpflichtet Unterhalt in Höhe von 105 % des jeweiligen Mindestunterhalts der jeweiligen Altersstufe zu zahlen.

Schwachsinn, die JA-Urkunde ist befristet und nach der muss ich gar nichts mehr zahlen. Lernt man denn sowas nicht auf der Anwaltsschule? Aber es geht noch weiter:

Da mein Mandant kein eigenes Konto besitzt werden Sie aufgefordert, weiterhin Zahlungen des monatlich geschuldeten Unterhalts auf das Ihnen bekannte Konto der Mutter zu leisten.

Was um alles in der Welt ist so schwer daran dem Bub zu sagen er soll ein kostenloses Schülerkonto bei der Spaßkasse eröffnen? Wahnsinn…

Mit Erreichen der Volljährigkeit im September 2014 sind von Ihnen nicht mehr 356,00 €, sondern 423,00 € monatlich im voraus zu bezahlen. Für den Monat September 2014 ergibt dies eine Nachzahlung in Höhe von 67,00 €. Diesen Betrag und den Unterhalt für den Monat Oktober 2014 sowie fortlaufend bis zum Schulende haben Sie weiterhin zu leisten. Vorsorglich füge ich Ihnen nochmals in Kopie die Schulbescheinigung des Gymnasiums in XXX bei, die Sie bereits über das Landratsamt XXX erhalten haben.

Hier ist natürlich der Betrag von 423 Euro völlig aus der Luft gegriffen. Da setzt sich ein Anwalt anscheinend auch gerne mal mit 3 Zahlenwürfel an den Tisch und schreibt dann einfach die Zahlen ab, die gewürfelt wurden. Von einer Berechnung ist natürlich ist dem Schreiben weit und breit nichts zu sehen und in der Düsseldorfer Tabelle kommt der Betrag schon gar nicht vor. Danke auch für die veraltete Kopie der Schulbescheinigung, welche natürlich für das letzte Jahr galt.

Danach gilt XXX als privilegiertes Kind, sodass der Barunterhalt ausschließlich von Ihnen als Vater zu erbringen ist und die Mutter meines Mandanten nach wie vor Betreuungsunterhalt leistet.

Alder Falder! Hier geht’s natürlich total ab. Wo um alles in der Welt war der Anwalt in der Uni? Lernt man da nicht vorher mal ein Buch zu lesen oder Google anzuschmeißen? Soll das ein Einschüchterungsversuch sein? Jetzt bin ich aber vor lauter Inkompetenz total eingeschüchtert. Natürlich ist das totaler Quatsch, was der Anwalt hier zum Besten gibt und die Mutter ist mit Eintritt der Volljährigkeit des Kindes genauso barunterhaltspflichtig wie der Vater.

Dann wird noch schnell eine Frist gesetzt und mit den Worten

Es wäre bedauerlich, wenn mit Ablauf dieses Termins das Familiengericht beauftragt werden müsste.

abgeschlossen. Ohh, ja. Eigentlich hätte ich es ja auf diesen Termin beim Familiengericht mit seinem Schwachsinn ankommen lassen. Aber was solls, jetzt habe ich das halt doch an meine Fachanwältin(! – Wichtig!) gegeben.

Bin gespannt.

UPDATE 25.01.2015:

Sodele, Klageschrift liegt nun vor. Selten so ne Schwachsinnige Klage gesehen. Aber naja. Ich geh‘ mal kurz auf die wildesten Punkte ein:

1. Das Geburtsdatum meines Sohns liegt im September. Folglich habe ich im September auch noch den bereits per Jugendamt beurkundeten Betrag im September natürlich gezahlt. Trotzdem wird in der Klage der Monat September nochmals mit aufgeführt.

3. Warum wollte der gescheite Anwalt einen Jugendamtstitel über den von meiner Anwältin berechneten Betrag, wenn er dann eh die Klage einreicht?!?

4. Achso, plötzlich lautet der geforderte Unterhaltsbetrag 376 Euro und für September bis Dezember 393,44 Euro.

Bin gespannt wie das ausgeht.

UPDATE 21.05.2015:

Jetzt hat der Doofbatz von Kläger-Anwalt auch noch die Klage beim falschen Gericht eingereicht. Dieser Umstand ist dem Gericht etwa 4 Tage vor dem anberaumten Gerichtstermin aufgefallen. Warum nicht früher? Ich habe mit dem Richter gesprochen und dieser hat mir wirklich einen vernünftigen Eindruck gemacht. Dies lag darin Begründet, dass der Anwalt meines Sohnes, der ja nicht möchte, dass ich die Adresse meines Sohnes erfahre, ebendiese nicht in der Klageschrift genannt hat. Somit war nun der Wohnort des Klägers dem Gericht nicht bekannt und der Richter ging davon aus, dass der Anwalt weiß, was er tut.

Leider weit gefehlt. Aufgefallen ist die falsche Zuständigkeit nach Einreichung der Prozesskostenhilfe des Klägers (meines Sohnes) mit der kompletten Anschrift.

Ein neuer Termin ist für Mitte Juni angesetzt und ich werde euch natürlich auf Stand halten.

UPDATE 03.06.2016:

Im September 2015 (Asche über mein Haupt) war nun die Gerichtsverhandlung, welche dann mit einem Vergleich bei 285 Euro monatlich endete. D.h. die Berechnung des Richters lag hier deutlich mehr bei dem von mir ausgerechneten und auch bereits gezahlten Betrag als die völlig unrealistische Forderung der Gegenseite.

Leider war es nun so, dass sich auf gegenseitige Kostenaufhebung geeinigt wurde. Dies bedeutet, dass jeder seine Anwaltskosten selbst trägt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum man die Kosten nicht  im Verhältnis der ursprünglichen Forderung aufteilen kann, aber ok. Somit habe ich hier noch zusätzlich einen Tausender gezahlt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich deutlich besser vorbereitet war als die Vertretung meines Anwalts 🙂 Hier werde ich mich versuchen trotz Anwaltszwang selbst zu vertreten.

Also bezüglich der gegenseitigen Kostenaufhebung würde ich mich beim nächsten mal vorher etwas tiefer informieren. Gerne darf auch kommentiert werden wie die Abrechnung hier normalerweise funktioniert.

Diesen Monat läuft im Übrigen der Jugenamtstitel aus, da dieser bis zum Ende der Schulzeit begrenzt war. Das Urteil der Unterhaltszahlung hat im Übrigen keine solche „Begrenzung“. Auch dies wäre ein Punkt, den ich beim nächsten Mal vom Familienrichter geklärt haben wollt.

Nun werde ich meinen Sohn anschreiben und mitteilen, dass der Unterhalt ab nächsten Monat wegfällt, da mir kein weiterer Nachweis über die Berechtigung Unterhalt zu empfangen vorliegt. Wie dies juristisch ausgedrückt wird, weiß ich leider nicht.

Ich bin auf jeden Fall wieder einmal gespannt wie es weiter geht.

Update 15.06.2016

Sodele, heute bin ich erst einmal vom Gericht „zur Kasse“ gebeten worden, sprich: Ich soll, bevor das werte Gericht für mich tätig wird erst einmal 381 Euro Vorschuss zahlen. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen Baff, dass es sowas überhaupt gibt. Hier werde ich mal Rechtsbehelf der Erinnerung einlegen. Was immer das heißen mag.

Weiterhin habe ich natürlich nun schriftlich den Hinweis auf den Anwaltszwang vorliegen. Hier wird §114 Abs. 1 FamFG angeführt. Weiterhin heißt es, dass meine Anträge somit rechtlich unwirksam sind. Ich habe nun Herrn Hensel (siehe Kommentar zum Artikel „Anwaltszwang im Unterhaltsrecht“ ) angeschrieben und um Hilfe gebeten und hoffe nun, dass er sich meldet.

Selbstverständlich geht es hier dann weiter…. to be continued…

Update 23.06.2016

Herr Hensel hat sich leider nicht gemeldet und somit weiß ich nicht was ich bezüglich des Anwaltszwangs tun soll. Ich habe mich nun (auch nach Rücksprache mit meiner Anwältin) dazu entschlossen die Unterhaltszahlung einzustellen. Es besteht allerdings die Gefahr einer Vollstreckung, allerdings müsse die Kosten dann hierfür mein Sohnemann tragen.

Ich bin nun gespannt.

 

 

 

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  1. Katja
    15. Oktober 2014 um 08:01

    Na da bin ich mal gespannt was da raus kommt.Wir haben zwar noch etwas Zeit bis er 18 ist aber ich denke mal wir werden auch so ein tolles Anwaltsschreiben dann bekommen.
    LG Katja

    • 15. Oktober 2014 um 08:13

      Hallo Katja, danke für Dein Kommentar. Glaube mir, wenn ich sage, das es besser wird 😉 Zumindest für einen selbst. Verstehen muss ich klar solche Anwaltsschreiben nicht, denn mit 3 Minuten Googlen weiß man als Laie mehr als dieser Anwalt (in dieser Sache).

      Ich wünsche Dir und Deinem “Mann” viel Kraft und Durchhaltevermögen!

  2. Claudia & Günter
    24. Januar 2015 um 18:44

    Hallo, Schön das Du so frei schreibst! dsa macht Mut stec ken zur zeit in der gleichen Lage nur kein Sohn sondern Tochter! Jep 5 Min E-Net und man kommt weiter und nimt die drohungen net mehr für gaz so ernst! Der ganze mistis nur es frist nerven ohne Ende:( Nur schade dsa einige den Hals nie vollbekommen und weiter versuchen zu schröpfen bis zum Umfallen, da sollte man mal was gegen machen! Alleine wehren is ja ok, aber gemeinsam wäe man stärker, gerad gegenüber den Zahlenden sollte mehr besteind zugestanden werden, gerad wie ei uns die ja 18 jahre freiwillig ohne motzen brav unterhalt gezahlt haben und nie was erfahren haben außer es ging mal wieder vor gericht ( wo auch mal wieder ein wohnungswechsel bekannt gemacht wurde)

  3. 25. Januar 2015 um 17:31

    Hallo Claudia & Günter, ja, das ist ganz schön nervig alles. Ich habe jetzt eine Klageschrift vor mir liegen. Da ich mir tatsächlich nichts mehr gefallen lasse (und das heißt nicht, dass ich nicht den Unterhalt zahlen möchte, den meinem Sohn zusteht) ziehe ich da jetzt mit vor Gericht. Ich bin gespannt.

    Ich werde mal den Artikel einem Statusupdate unterziehen und die Hämmer auflisten, die der Gegenanwalt so bringt. 🙂

    Manchmal denke ich echt Jura kann jeder Trottel studieren. Eine Logik verbirgt sich dahinter m. E. manchmal nicht.

  4. Zahl Vater
    21. Mai 2015 um 07:36

    Hallo liebe Zahlvaeter, seit sich die Mutter meiner Kinder 1999 von mir getrennt hat laufen staendig irgendwelche Unterhaltsstreitgkeiten …. mein Anwalt faehrt jetzt Audi A8 … Spass beiseite. Gerade aktuell erreicht mich die Unterhaltsklage meines inzwischen fast 27jaehrigen Erstgeborenen. Sein Studium dauert noch…er hatte halt eine laengere Orientierungsphase. Gleichzeitig teilt er mir mit, dass er seinen Namen auf den seiner Mutter geaendert hat. Das ganze in einem Brief in der „Sie-Form“. Seid Tapfer…. Hilfe durch Rechtsprechung gibt es nicht. Selbsthilfe ist gefragt. Gerne gebe ich Tipps aus meinem Erfahrungsschatz

  5. 21. Mai 2015 um 08:48

    Lieben Dank für den Kommentar. Ich bin natürlich ebenfalls gespannt wie lange ich noch zahlen muss. Und wenn ich so etwas lese: http://anwalt-heinzel-aktuelles.blog.de/2011/09/14/kindesunterhalt-11841381/ habe ich ja richtig Glück gehabt, dass mein Titel ursprünglich begrenzt wurde. An o.a. Urteil sieht man auch, wie weltfremd und auch willkürlich die Richter hier entscheiden können.

  6. Frank
    3. Juni 2016 um 09:01

    Hallo, wie ging es denn weiter?

    Ich stehe nämlich ab Mai nächsten Jahres vor einer ähnlichen Situation und sammle langsam Erfahrungsberichte um nicht wiederholt als Zahlttrottel von meiner Ex mißbraucht zu werden.

    Viele Grüße Frank

  7. 3. Juni 2016 um 10:06

    Hallo Frank. Willkommen im Club 🙂 Ich werde oben den Text um ein Update ergänzen. VG

  8. Frank
    3. Juni 2016 um 11:26

    Danke für die schnelle Antwort.
    Ich finde diesen Anwaltszwang genauso bekloppt. Wozu braucht man den denn? Die Fakten kann ich dem Gericht genauso gut darlegen.

    Ich habe selbst erst in dieser Woche eine Gerichtsverhandlung wegen Unterhalt gehabt. Meine Tochter, die in diesem Juni 17 Jahre alt wird, hätte mich über Ihre Mutter, als gesetzlichen Vertreter, auf mehr Unterhalt verklagt. Bisher zahlte ich 100% der dritten Altersstufe der DT. Sie wollte aber die Jugendamtsurkunde auf 110% abgeändert haben sowie den Passus, wonach die Zahlungsverpflichtungen mit erreichen des 18. Lebensjahres endet, abändern. Mein Lohn würde künstlich so hochgerechnet, dass ich plötzlich viel mehr Netto hatte als Brutto. Da wurden Tatsachen verdreht, gelogen unterstellt usw. Ein einziger Nervenkrieg zu meinem Lasten. Und das ab August 2015.
    Nun die Verhandlung. Mein Anwalt meinte meine Chancen sind sehr gut. Ich solle aber einen Vergleich, sollte er kommen, zustimmen weil, sollte die Klägerin verlieren, sie ohne weiteres vor das OLG gehen wird um Recht zu bekommen. Die daraus entstehenden Kosten ständen dann in keinen Verhältnis mehr… Da hat er leider recht.

    Bei der Verhandlung durfte ich dann Bekanntschaft mit einer völlig unvorbereiteten Richterin machen, die gleich zu Beginn der Verhandlung meinte, es ginge ja nur um die Höhe des Klilometergeldes, welches ab einer bestimmten Entfernung gekürzt werden könne. Das sehe sie so wie die Klägerin. Außerdem sehe sie es auch so, das man eine Zahnzusatzversicherung nicht unbedingt bräuchte.
    Als dann der Einwand der Klägerin kam, ich solle doch meine Steuerklasse ändern, dann hätte ich 300€ mehr, stimmte sie in das gleiche Rohr. Sie fraglich warum ich das nicht machen zumal meine Frau derzeitig nicht erwerbstätig ist. Das sie in einer Umschulung steckt, wusste sie nicht. Trotz Bescheinigung. Ich mußte dann doch tatsächlich einer Richterin die Lohnsteuer erklären. Selbst der Hinweis das die Steuerklasse nur etwas über die Steuervorauszahung aussagt, verstand sie offensichtlich nicht.
    Na egal.
    Innerhalb von 10 min fragte sie einen Vergleich, also ein Treffen in der Mitte der Forderungen ab. Mein Anwalt wollte dann die Begrenzung dessen auf die Volljährigkeit meiner Tochter haben wasdie Klägerin ablehnte aus dem Grund, es wäre der armen nicht zuzumuten mit 18 erneut klagen zu müssen. Mein Anwalt erwiderte darauf nur „Na und? Dann klage ich“. Fand ich gut.
    Nach meinem Einwand das die Mutter bei Volljährigkeit ebenso Barunterhaltspflichtig ist, einigten wir uns darauf, dass die Mutter uns meine Tochter sich dann offenlegen müssen wegen einer Neuberechnung.
    Na wenigstens etwas. Zuzüglich 105%. Im Prinzip hat sie gewonnen.
    Ich fühle mich ausgenutzt, verarscht und rechtlos.
    Die Richterin war überhaupt nicht vorbereitet. Sie ging nicht auf die Lohnsumme ein, nicht auf ein weiteres unterhaltsberechtigtes Kind und nicht auf meine aktuellen Lebensumstände.
    Der Vergleich kostet mir 225€ Nachzahlung, monatlich nochmals 23€ mehr (378€ ) und die Awalts- bzw. Gerichtsgebühren.
    Nun habe ich mit meiner Familie aber ein so tiefes Einkommen, dass wir eine Bedürftigkeit überprüfen lassen ob uns wenigstens Wohngeld zusteht. Denn von etwa 400€ -nach Abzug aller Kosten- können wir zu dritt kaum leben.

    Ich habe den Text mit dem Handy geschrieben. Bitte seht mir Fehler nach…

  9. ZahlVater
    3. Juni 2016 um 11:48

    Hallo Frank,
    das ist leider so. Auch bei mir wurden Einkommen künstlich hochgerechnet und Ausggaben nicht anerkannt. Versicherungen sowie so und die KfZ-Steuer für meinen uralten Diesel (…ich können ja ein neues Fahrzeug kaufen..HÄH?? wovon denn) Finanziell wäre ich letztlich besser gestellt, wenn ich auf alle Forderungen eingegangen wäre, aber ich will und werde mir das nicht mehr gefallen lassen.

    ZahlVater
    PS: Ich kennen nur eine männliche Person die aus einer Scheidung mit Unterhaltsforderungen „sauber“ raus gekommen ist. Er schreibt mir manchmal eine Karte aus Namibia….erfühlt sich dort sehr wohl. Viele sprechen Deutsch, er hat einen guten Job und das Wetter ist auch immer schön

  10. 3. Juni 2016 um 12:12

    😉 Na das mit Namibia ist doch gar keine so schlechte Idee. Die Rechtsstaatlichkeit ist sicher ähnlich 😉

    Bei mir hatte ich am Gerichtstermin ja dann nochmals Glück gehabt. Die Richterin hatte sich gut vorbereitet und auch erkannt, was zwar ich, aber noch nicht einmal mein Anwalt erkannt hat. Bei der Berechnung des Einkommens der Gegenseite wurde schlicht „übersehen“, dass das Einkommen ja nur deswegen so gering ist, da es eine Halbtagesstelle war. Natürlich muss dass dann (bei Volljährigenunterhalt) fiktiv hochgerechnet werden. Kam ich natürlich auch erst ne Woche vor dem Termin drauf. Aber im Gegensatz zu meiner Anwältin kam ich wenigstens drauf 😉

    Naja, jetzt bin ich erst einmal gespannt was passiert, wenn ich nächsten Monat die Unterhaltszahlung einstelle und die Überweisung ausbleibt. (Schulbescheinigung geht nur bis 30.06.) Da startet vermutlich der nächste Prozess oder es wird ungerechtfertigt eine Pfändung eingeleitet. Man darf gespannt sein.

    • Frank
      3. Juni 2016 um 12:53

      Das ist ein Top Hinweis mit dem hochrechnen der Halbtagsstelle. Danke!!!! So kann sich dieses Weib dann wenigstens nicht mehr mit ihren angeblich geringem Einkommen rechtfertigen. Danke dafür!

    • ZahlVater
      3. Juni 2016 um 12:53

      ….Namibia, ehemals Deutsch Süd-West, da zählt und nicht zahlt ein Mann noch….

      Im Ernst…. wenn ein Titel gegen Dich vorliegt, überlegt Dir ob Du wirklich die Zahlung einstellst. Bei einer Pfändung kannst Du dann nur mit Einstweiliger Verfügung und Vollstreckungsgegenklage arbeiten. Bei mir lagen trotz Anforderung für zwei Semester keine Studienbescheinigungen vor. Zahlung eingestellt….Gerichtsvollzieher in der Firma. Reaktion s.o. ..! Kosten enorm …! Der zusätzlich angerichte „Imageschaden“, denn ich war in verantwortlicher Rolle für die Finanzen eines Unternehmens zuständig, führte (hintergründig) zu einer einvernehmlichen Trennung.

      ZahlVater

  11. 3. Juni 2016 um 12:58

    Also die JA-Urkunde ist bei mir begrenzt auf Juni 2016. Im Urteil steht davon nix. Aber das würde ja bedeuten, dass ich bis zum Nimmerleinstag zahlen muss. Wie ist denn der „sichere“ Weg?

    • Frank
      3. Juni 2016 um 13:01

      Hallo Unterhaltszahler.

      An deiner Stelle würde ich eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Und wenn aus der Urkunde vollstreckt werden kann, hilft nur eine Abänderungsklage.

    • ZahlVater
      3. Juni 2016 um 13:16

      Die JA-Urkunde ist begrenzt, weil das Amt für Volljährige nicht zuständig ist. Wenn das Urteil für vollstreckbar erklärt wurde (ist in der Regel so) und keine Befristung vorgesehen ist (ist auch in der Regel so) gilt dieser Titel 30 Jahre. Mit diesem Titel kann, mit der Behauptung auf ausstehende Zahlungen, jederzeit ein Gerichtsvollzieher beauftragt werden zu vollstrecken. Selbst wenn Du alle Kontoauszüge o.ä. in die Tonne tritts, den Nachweis über gezahlten Unterhalt immer schön aufbewahren. Sollte das Urteil irgendwann, durch Einkommen o.ä. hinfällig werden, musst Du unbedingt die Rückgabe einfordern (steht im BGB, genaues müsste ich raussuchen).

      Ob es einen „sicheren“ Weg gibt bezweifel ich. Aber den jungen Erwachsenen anschreiben und auffordern versäumtes mit Fristsetzung nachzuholen würde ich schon. Volljährigkeit bedeutet schliesslich auch Verantwortung.

      ZahlVater

  12. 3. Juni 2016 um 20:43

    Es gibt von einer mündlichen Verhandlung ein Vergleich. In diesem Vergleich wird in Abänderung der JA-Urkunde der neue Betrag beschlossen. Von einer Vollstreckbarkeit im Protokoll der mündlichen Verhandlung sehe ich nichts. Die Befristung der JA-Urkunde wurde m. E. mit der Abänderung durch den Vergleich (welcher sich nur auf den Betrag bezieht) nicht aufgehoben.

    Ich möchte jedoch jetzt mal den „sicheren“ Weg beschreiten:
    1. Ich habe per Einschreiben mit Rückschein den Nachweis angefordert mit Fristsetzung.
    2. Ich habe eine Abänderung des Vergleichs beantragt (ohne Anwalt unter Bezugnahme des nicht vorhandenen Anwaltszwangs)

    Da bin ich echt gespannt was da kommt.

    • Frank
      5. Juni 2016 um 13:15

      @Unterhaltszahler.

      Exakt wie bei mir. Ich habe eine Urkunde, die auf die Volljährigkeit beschränkt ist. Bei meiner Verhandlung ging es auch nur um die Höhe des Unterhalts. Ein schriftliches Urteil (bzw. der Vergleich) habe ich allerdings noch nicht
      Ich bin sehr gespannt was bei dir raus kommt bzw. wie die weitere Handhabung sein wird.
      Bitte berichte bei gegebener Zeit davon.

      Viele Grüße Frank

      • Frank
        18. Juli 2016 um 17:08

        Gibt’s schon was neues?

    • Frank
      11. Oktober 2016 um 11:04

      Hallo @Unterhaltszahler

      Nach wie vor bin ich stark an deiner Geschichte interessiert weil es bei mir derzeit ähnlich abläuft.
      Gibt es schon irgendwelche Veränderungen, Lichtblicke oder dergleichen?

      Viele Grüße, Frank

  13. 15. Juni 2016 um 20:27

    *Artikelupdate*

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